20. November 2016 (MSSQ) - Demo gegen das rechtsradikale Sammelsurium "Pegida""

Bildquelle: Jusos MG
Bildquelle: Jusos-MG

Rede von Heinz-Willi Körfges

(es gilt das gesprochen Wort)

Demo201116 Mittelstrae 2Liebe Anwesende, ich spreche heute nicht als Vertreter einer demokratischen Partei und nicht in meiner Funktion als Abgeordneter sondern als Bürger dieser Stadt, der stolz darauf ist, dass sich so viele Menschen zum friedlichen Protest zusammengefunden haben.

Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher religiöser Einstellung, unterschiedlicher Hautfarbe und unterschiedlicher politischer Einstellung. Aber in einem sind wir uns einig: Wir lehnen alle Versuche ab, Menschen wegen dieser Unterschiede zu diskriminieren, das Zusammenleben in unserer Stadt zu gefährden und unsere Gesellschaft zu spalten.

Intoleranz und Fanatismus dürfen keine Chance haben. Das gilt für diejenigen, die eine Weitreligion dazu missbrauchen, Hass.. Gewalt und Unfrieden zu säen. Das hat mit Religion nichts zu tun. Das ist mörderischer Fanatismus und Gotteslästerung. Und hat auch mit der Religion- von Millionen von Muslimen nichts-gemein.

Das gilt aber auch für Rechtsextreme, alte und neue Nazis, Rechtspopulisten und Nationalisten, die predigen Hass und Ausgrenzung gleichermaßen. Wir nehmen nicht hin, dass dies rechten Hassprediger unwidersprochen demonstrieren. Wir wollen, dass unsere Stadt bunt, friedfertig und tolerant bleibt und nicht intolerant braun und einfältig wird.

Wes Geistes Kind die Organisatoren der rechten Hassveranstaltung sind zeigt doch, dass sie den Totensonntag für ihre Aktion ausgewählt haben. Viele evangelische Christen haben mit Empörung darauf reagiert. Es ist nicht patriotisch sondern nationalistisch, es ist nicht christlich sondern unreligiös, es ist nicht demokratisch sondern totalitär, wenn der Versuch unternommen wird in unserer Stadt gegen Menschen mit anderer Herkunft und anderer Religion zu hetzen.

Wir sagen deutlich, haut ab, für Euch ist kein Platz in einer friedlichen, weltoffenen und toleranten Stadt. Vielen Dank an alle, die das heute gemeinsam zum Ausdruck bringen.

Rede von Ferdinand Hoeren

(es gilt das gesprochen Wort)

Demo201116 Mittelstrae 1Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, im Namen des „Mönchengladbacher Bündnisses: Aufstehen! - Für Menschenwürde – Gegen Rechtsextremismus“ begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für Ihre Teilnahme und den – von meinen Vorrednern namentlich genannten Prominenten aus Rat und Verwaltung – ganz besonders. Jemand, der immer dabei war und oft zu uns gesprochen hat, lässt sich für heute durch mich entschuldigen: Pfarrer Dietrich Denker, Superintendent des Kirchenkreises Gladbach-Neuss; er ist dienstlich verhindert.

Wir demonstrieren hier und heute unter dem Motto „Islamismus und Islamophobie – Beides Scheisse!“. Wir demonstrieren Notgedrungen. Notgedrungen, weil heute Totensonntag ist. Ein stiller Trauertag, der durch das Feiertagsgesetz in Nordrhein-Westfalen genau wie Allerheiligen gesetzlich geschützt ist. Die Schutzzeiten für öffentliche Veranstaltungen gelten ausdrücklich bis 18:00 Uhr. Nun hat ein Sammelsurium von Rechtsradikalen – was für mich nicht nachvollziehbar ist – für diesen Tag vor 18:00 Uhr die Erlaubnis erhalten mit seiner religionsfeindlichen und menschenverachtenden Hetze die stille Trauer vieler unserer Mitmenschen missachtend zu stören. Damit offenbaren diese rechten Heuchler, wer sie wirklich sind.

Die selbsternannten Verteidiger des deutschen Kulturgutes und der Werte des christlichen Abendlandes. Nein, sie sind Lügner und Volksverhetzer. Wir dagegen sind für eine bunte Stadt, in der die Menschenrechte aller und unsere demokratischen Gepflogenheiten geachtet werden. Deshalb demonstrieren wir heute notgedrungen. Gleich um 15:00 Uhr findet auf dem evangelischen Hauptfriedhof – also unweit unserer nächsten Station Am Rheydter Marktplatz – ein Gedenkgottesdienst statt. Viele unserer Mitbürger werden dorthin gehen und teilnehmen, viele werden die Gräber lieber Verstorbenen besuchen, manche in großer Trauer zu erst In diesem Jahr verstorbenen. Deshalb habe ich eine große Bitte an uns: Wir werden an unseren Stationen sagen, was gesagt werden muss. Wir werden auf unserem Zug durch die Straßen unsere Meinung durch unsere Transparente zeigen. Aber wir werden unterwegs die Trauer unserer Mitmenschen achten.

Ich danke Ihnen.

Andere Presseartikel zur Demonstration

Mönchengladbach gibt Rechtsextremen keinen Raum >>> www.mg-heute.de/2016/11/21

Polizei hält Rechte und Linke auseinander >>> www.rp-online.de

Bilderstrecke

Facebook/Jusos >>> www.facebook.com/pg/jusosmg/photos/

 

Polizei hält Rechte und Linke auseinander

Wir werden unterstützt von!