Mönchengladbacher Erklärung

Menschen in Mönchengladbach und benachbarten Gemeinden, aus vielen Vereinen, Verbänden, Organisationen, Kirchen und demokratischen Parteien haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um für die Menschenwürde aller einzustehen. Sie widersetzen sich jeder Tendenz von Rechtsextremismus, Rassismus und jeglicher Gewalt sowie jeder Diskriminierung von Minderheiten, Zielvorgaben sind die Grundrechte unserer Staatsverfassung.

Der Mönchengladbacher Widerstandskämpfer Theo  Hespers (1943 von den Nazis ermordet) forderte unter der Überschrift  „So wollen wir Deutschland“, “(…) eine Staatsform (…), die die Gleichberechtigung aller Staatsbürger gewährleistet. Diese Gleichberechtigung erfordert außerdem eine Wirtschaftsform, die die wirkliche soziale Unabhängigkeit des Einzelnen garantiert (…) Die Freiheit der Rede, der Presse, der Literatur, der Versammlung und Organisierung wird vom Staat gewährleistet.
Diese Freiheit besteht nicht für diejenigen, die versuchen, mit Gewalt den Staat zu stürzen (...)“
Diese Forderungen finden wir im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“
(GG, Artikel 1, Absatz 1)

Wir handeln gemeinsam, weil wir mit Bestürzung sehen:
- dass dem Wühlen der Ewiggestrigen und der Neonazis zu lange verharmlosend zugesehen wurde,
- dass Intoleranz und Vorurteile geduldet und weiterverbreitet werden,
- dass viele Menschen angesichts der Komplexität schwieriger politischer Fragen den Wunsch nach „einfachen“ Lösungen haben,
- dass Demagogen vor allem von rechts immer mehr Raum in unserer Gesellschaft widerstandslos besetzen können.
Die Erfahrung des vergangenen Jahrhunderts und besonders auch der Überlebenden des Naziterrors mahnen uns:
Wehret den Anfängen!
Aus diesem Grund setzen wir unser entschiedenes Nein gegen jegliche Form von Gewalt und Hass in unserer Gesellschaft und treten an die Seite der Opfer und nicht an die Seite von Gewalttätern jeder Art.
Für uns gilt der Imperativ der hebräischen Bibel:
„Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind!“ (Buch der Sprüche 31,8)
Wir sprechen alle Menschen guten Willens an, mit uns aufzustehen, um ein demokratisches Bewusstsein vom Miteinander zu schaffen.
Politische Bildung und soziale Kompetenz aller Generationen sind Grundlage dafür, einen Lebensraum zu gestalten, in dem Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen gleichberechtigt in echter Partnerschaft ihren Platz haben und zusammen leben können.
Wir wollen dem Rechtsextremismus weder in unserem täglichen Leben noch in unserer Gesellschaft eine Chance geben.
Der Versuch, das Leid und die Not missbrauchter Kinder zum Zwecke der Werbung für eine menschenverachtende Weltordnung auszunutzen, beschmutzt die Würde der Betroffenen ein weiteres Mal.
Verfassungsfeinde – wie es Rechtsextremisten sind – haben nicht das Recht, unsere Verfassung zu ändern!

Die Würde des Menschen ist unantastbar – wir werden nicht schweigen, sondern handeln!
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